Werft mir vor, ich würde das, was ich liebe, schlecht behandeln...
Ich halte es kaum am Schreibtisch aus, weil alles mögliche auf ihm rumliegt. Und im Rücken gibt es noch mehr. Ich habe diese hervorragende lila Couch, die ich 90% der Zeit als Ablageplatz für Zeug benutze, 9% der Zeit als Schlafplatz für weit gereiste Leute (hallo!) und höchstens 1% für gemütliche Zwecke*.
Und jetzt, da Sommer ist, verziehe ich mich auf meinen Balkon zum Lesen, Skypen, Rauchen, Wasser trinken. Auf dem Fensterbrett tummeln sich überquellende Aschegläser und das ekligste, was ich je hab entstehen lassen (tm), aber abgesehen davon (und von der lauten, dreckmachenden Straße unten) ist es wundervoll hier. Mit den Menschen, mit denen ich diese coole, riesige, wenngleich ebenso vernachlässigte Wohnung teile, komme ich klar. Nicht, weil wir schon immer die besten Freunde waren, sondern weil wir uns arrangiert haben.
Nach fast zwei Jahren, Höhen, Tiefen, einer Party und mehreren Anekdoten fühle ich mich hier zuhause, das erste Mal seit der kleinen, leicht überbelgten Dreiraumwohnung, aus der ich komme.
Und jetzt, da Sommer ist, habe ich noch mehr von der Umgebung. Ich habe eine Kneipe entdeckt, in die ich möglichst oft gehe bzw. gehen werde. Das einzige Problem ist, dass die meisten, die ich dorthin mitnehme, nicht so nahe wohnen, wie ich und trotzdem nach einem angeregten Kneipenabend die öffentlich-rechtlichen benutzen müssen, wenn sie nicht gerade mit Fahrrad da sind. Dort lag gestern abend ein Flyer aus - wow, ein Club bei mir um die Ecke, der sich gut anhört.
Womit wir auch wieder mit im Sommer wären: so viele schöne Aktivitäten und das nicht enden wollende Bedürfnis, aus dem Haus gehen zu wollen oder zumindest den Sommer vom Balkon vorbei ziehen zu sehen. Unverbesserlich, das Kind.
* Schätzwerte mit realistischen Dimensionen
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