Montag, 14. Februar 2011

Kotzen in der Woche des "und was macht man dann damit"....

...Frau Hindi iti. Als ob sie es nicht besser wüsste, nun gut. Ich dachte, mir würde diese Frage noch öfter gestellt werden, zum Beispiel heute. Schließlich war das heute (ich kann das Wort schon selber nicht mehr hören) ein Bewerbungsgespräch. Nur ein HiWijob, aber immerhin. Eine der wenigen Stellen in dieser vielfältigen Stadt, für die ich sogar qualifiziert wäre. Wenn nicht jemand immer noch besser wäre. Also wird mir ja - mal wieder - schlecht sein dürfen.

Zumindest aber war das Tri-bunal potenzieller Vorgesetzter so umsichtig, nichts in Richtung Zukunft zu fragen. Die wissen nämlich genau, was abgeht. Und die haben jetzt ungefähr nen Einblick, was jemand im Hier und Jetzt der Karriere, egal wie lufthängend, so fabriziert. Aber ehrlich: Passiv ein Bier auf Litauisch bestellen zu können, ist mir nicht genug. Schon gar nicht für immer, aber um für immer geht's ja hier auch noch (nicht). Ironischerweise wurde mir von anderer Stelle gesagt, ich sei auch für die Gastronomie nicht geeignet. Also ist es doch wohl eher der partitive Genitiv, wie auf Französisch (für die mit Fragezeichen in den Augen: woanders hätte man gerne des alkoholischen Getränkes, auch inna Kneipe. True Story!), nur synthetisch ausgedrückt. Sprachen sind schön.

Was mache ich jetzt? Warum bin ich noch mal hier? Ach ja, weil ich bei dem Versuch, mich aus meiner Ausgangsposition der geistigen wie individuellen Unmündigkeit zu befreien an die Uni und somit wenn überhaupt, dann nur ausflugsweise in andere mir offene Sphären geflüchtet habe und hier gelandet bin, Sachen zu studieren, die mir vorher nicht so klar waren. Den Uniabschluss gibt's nicht einfach so, schon gar nicht für mich, und das mit dem selbstständigen, tatsächlich mündigen Menschen entsteht auch nicht so einfach im Blogseminar. Zumindest nicht bei mir. Also renne ich immer wieder in so Sachen rein oder frage Zeichen oder schlage mir ob meiner selbst an die Stirn. Und dann ist mir schlecht, weil wenn ich so schon niemand bin und dann mehr als einer sein will, ist das ziemlich deprimierend, und zwar genau diese Woche.

Was machen junge zukünftige Intellektuelle an einem Montag, bevor das Licht ausgeht? Sie gehen zum Friseur. Und eine von dort aus auf Prenz'lbergtour mit dem Träger des neu kreierten Haarschnittes "Solidarität mit Ägypten". Und verstehen sich super. Und produzieren filmreife Szenen. Nicht ganz so ästhetisch war hingegen nur ein weiteres, glorioses Versagen meinerseits: Neinnein, ich kacke nicht ab, ich komme klar - dein Gras schmeckt aber komisch - über den Boden gebeugt, weiß, nicht nur blass Ich sollte besser kauen.

Was machen junge Frauen, die die erwartete Abfuhr von oben bekommen haben? Sie gehen nach Hause. Bügeln irgendetwas, weil sie vielleicht nirgendwo spezialisiert genug genug sind, aber normalerweise mit dem Leben an sich, wie es sich für ihren Bildungsstand und ihr Alter ziemt, ganz gut ohne fremde Hilfe klar kommen, zumindest meistens (und weil das Bügeleisen eh noch vom Morgen da stand). Nicht auf der ganzen Linie gewonnen habend, meinen sie zumindest, einschätzen zu können, wem oder was sie inwieweit vertrauen können. Mittlerweile. Sie legen dazu (ganz Youtubefrei) die Demo der älteren Version der besten Band ganz Saarbrooklyns ein, und stellen überrascht fest, dass Stereoanlage und CD fast schon genausoviel Vintagepotenzial (wenn man das Wort mögen würde) wie Plattenspieler und Vinyl haben. Und stellen dann verzückt fest, dass diese Stereoanlage nie gehörte Bassqualitäten tönt. Und denken dann, beschämt, es erst jetzt zu merken, mit was für einem pornösen Bass das erste Lied anläuft, und hören mit Genuss und Lautstärke weiter.

Und dann funktioniert der Laptop doch und hält einem, anders und nur fast so elegant wie faszinierende Fremde, beim emotionalen Tiefgang die Hand und beim (Aus-)Kotzen die Haare hoch.

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